
1.
Tag: Abenteuer Lufthansa -
oder wenn einem der Flieger vor
der Nase wegfliegt
- Startort: München
- Zielort: Teheran
- Route über: Frankfurt
- Besichtigungen: ---
- Fahrstrecke: ein paar tausend Flugkilometer
Eine langweilige Reise ist eine, bei der alles wie am
Schnürchen läuft. Geht man danach, mußte
unsere
Persienreise das reine Abenteuer werden.
Reifenwechsel im Formel 1 Tempo
Los ging es bereits auf der Autobahn. Mit dem Auto meiner
Eltern fuhr ich zum Franz- Josef-Strauß Flughafen.
Kurz nach der Abzweigung von der Nürnberger Autobahn
Richtung Freising sah ich am Beifahrerfenster Rauch aufsteigen.
Sekunden später begann das Lenkrad ordentlich zu rütteln
und ich bremste den Wagen langsam ab. Auf dem Seitenstreifen
zu stehen gekommen, mußten wir feststellen, daß
sich der Gummi des rechten Vorderrades aufgelöst hatte.
Eigentlich war nur noch
die Lauffläche und ein paar Drähte übrig.
Mutter wurde nervös, das Flugzeug wartet ja nicht.
Aber nach 10 Minuten war der Reifen gewechselt und wir kamen
gut eineinhalb Stunden vor Abflug am Flughafen an.
Unser Flieger ist nicht da
Nun folgte die zweite Panne. Bei der Gepäckaufgabe
wurde uns erklärt, daß die Maschine, die uns
nach Frankfurt bringen sollte in München garnicht angekommen
sei und wir mit einer späteren Maschine fliegen müssen.
Im Prinzip kein Problem, nur das Flugzeug der Iran-Air nach
Teheran ist dann weg, wenn wir in später Frankfurt
ankommen. Es war einfach nichts zu machen. Auf keinem der
Flüge, die rechtzeitig in Frankfurt angekommen wären,
war ein Platz frei.
Also, was tun? Da der Flug von München nach Frankfurt
ein Linienflug der Lufthansa war, mußten die was tun.
Und
die hatten auch eine Lösung. Wir könnten mit einer
Lufthansa-Maschine nach Teheran fliegen, meinten sie.
Schön und gut, die Lufthansa kam fast sechs Stunden
später in Teheran an und wir wußten ja nicht,
wo der Rotel-Bus dort sein würde, wie sollten wir den
finden? Aber auch dafür fand sich schließlich
eine Lösung. Das Lufthansa-Personal war recht hilfsbereit
und setzte sich mit Rotel in Passau in Verbindung. Von dort
erhielten wir eine Telefonnummer in Teheran, über die
wir den dortigen Vertreter von Rotel erreichen könten,
damit der uns vom Flughafen abholen könnte. Wir sollten
uns nach der Landung an Lufthansa-Personal wenden, die würden
uns weiterhelfen. Was blieb übrig, wir flogen später.
Als wir in Frankfurt ankamen, war die Iran-Air mit den anderen
Reisegästen schon eine halbe Stunde in der Luft.
In Frankfurt
Am Frankfurter Flughafen versuchten wir noch Rial einzutauschen, aber
iranisches Geld ist außerhalb des Iran nicht zu bekommen.
Der Flug mit der Lufthansa nach Teheran war bis auf eine
Gewitterfront über der Türkei recht ruhig. Kurz
vor der Landung gab es plötzlich vor den Toiletten
ein Gedränge, und lauter Frauen. Was war da Los? Ganz
einfach, vor der Landung mußten sich alle Iranerinnen
noch schnell umziehen, von den westlichen Klamotten hinein
in die langen Mäntel und Tschadors und runter mit der
Schminke.
Endlich in Teheran
Um 3:15 morgens kamen wir dann in Teheran am Flughafen
Mehrabad an. Paßkontrolle und
Zoll waren kein Problem, keiner wurde kontrolliert. Die
Ankunftshalle war mit Menschen vollgestopft,
die alle auf Verwandte, Bekannte und Freunde warteten. Auf
uns wartete niemand. Ein Telefon mußte her, am besten
ein Angestellter von der Lufthansa. Aber da war keiner.
Also rüber in den Abflugbereich. Mein Freund wartete
beim Gepäck und ich marschierte los. Ein Soldaten am
Eingang, der meinen Flugschein sehen wollte, war die einzige
Kontrolle. Ich bin sehlenruhig durch sämtliche Zoll-
Gepäck- und andere Kontrollen gegangen, ohne daß
mich jemand gefragt hätte wo ich denn hin möchte.
Ich hielt Ausschau nach einer Lufthansauniform. An der letzten
Schleuse, bevor es in die Flugzeuge geht, habe ich dann
einen gefunden. Der konnte aber kein Deutsch und Englisch
war auch nicht seine Stärke. Aber nach kurzer Unterhaltung
mit Händen und Füßen hat es doch noch geklappt.
Eine dreiviertel Stunde später kam der Mann von Rotel.
Ein Einheimischer, der aber ganz gut Deutsch konnte. Mit
seinem uralten Merzedes 200D fuhren wir durch das nächtliche
Teheran. Da wurden wir zu ersten mal mit dem einheimischen
Fahrstil vertraut gemacht. Nachts fährt man ohne Licht,
für was hat man eine Lichthupe, die man immer wieder
mal kurz aufblitzen lassen kann. Rote Ampeln sind lediglich
ein Vorschlag, bis auf eine hat unser Fahrer alle überfahren.
Aber, es wird relativ langsam gefahren, höchsten 40,
auch auf den breiten und leeren Straßen.
Um kurz nach fünf waren wir dann im Hotel, in dem
die anderen schon friedlich schliefen. Um halb acht war
Fühstück. Wunderbar!
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