
20.
Tag: Teheran - Abschied im Morgengrauen
- Startort: Teheran
- Route über: Frankfurt
- Zielort: München
- Besichtigungen: Landschaften aus der Luft, Berg Arrarat
- Flugstrecke: ein paar tausend Kilometer
Um 5.00 Uhr Morgens
Alles war schon am Vorabend gepackt, als um kurz nach fünf
Uhr der Wecker läutete. In aller Herrgotssfrühe
aufstehen, und das auch noch im Urlaub. Völlig verschlafen
suchte ich meine restlichen Sachen zusammen und transportierte
das ganze Zeug zum Bus.Es war ein einheimischer Bus, zwar
von Merzedes, aber trotzdem nicht so schön wie unser
Rotel-Bus. Im Speiseraum des Hotels war schon ein Frühstück
vorbereitet, das so früh morgens noch garnicht recht
schmecken wollte. Aber irgenswas mußte man ja zwischen
die Kiemen bekommen. Das Frühstück mußten
wir extra bezahlen und bei der Gelegenheit wurden wir zum
Abschluß der schönen Rundreise doch noch ordentlich
beschissen. Für das Frühstück verlangte der
Ober fast das zehnfache dessen, was wir sonst für ein
Mittagessen bezahlt hatten. Eigentlich war es mir egal,
aber irgendwie habe ich mich doch geärgert.
Und ab ging es zum Flughafen. Jetzt bekamen wir doch noch
zu sehen, was wir in der deutschen Presse vor unserer Abreise
ständig vermittelt bekamen, die Iraner sind fanatische
USA-Hasser. An einer Hauswand (siehe Bild) konnten wir das
einzige Anti-USA Bild bewundern, das wir in den 20 Tagen
finden konnten. Wie schon an anderer Stelle in meinem Bericht
beschrieben, wird in der westlichen Presse ein scheinbar
absichtlich falsches Bild dieses Landes gezeichnet. Sicher
darf man nicht übersehen, daß es nach der Revolution
schreckliche Verbrechen gegen Menschenrecht und viel persönliches
Leid gegeben hat, aber das ist schon Jahre her. Die 'normalen'
Menschen wollen in Persien ebenso ihren Frieden wie die
Menschen in Deutschland oder anderswo. Nur weil eine Gruppe
von Politikern und religiösen Fanatikern verbrecherische
Taten beganngen haben, darf man nicht das ganze Volk verdammen.
Ausreisekontrollen
Als wir am Flughafen ankamen, mußten wir durch sämtliche
Kontrollen, die ich schon bei unserer Ankunft ohne Probleme
kennengelernt habe. Diesmal aber wurden wir kontrolliert.
Einer unserer Mitreisenden hatte erhebliche Probleme und
hielt den Rest der Gruppe ordentlich lang auf. Er hatte
in Isfahan einen Messingtelle gekauft, der von den Zollbeamten
als Antiquität eingestuft und daher nicht ausgeführt
werden durfte. Stimmte garnicht, denn der Teller war nagelneu.
Aber, das war dennoch der Anlaß für die Zöllner
die anderen Reisenden ebenfalls genauer zu kontrollieren.
Glücklicherweise hatten wir genügend Zeit und
nach dem Passieren der Röntgengeräte erreichten
wir endlich die Abflughalle. Im Restaurant wollten wir noch
einen letzten Tee trinken und da gab es noch eine kleine
Überraschung. Im ganzen Land konnten wir keinen Kaffe
bekommen, hier ga es welchen und guten, echt orientalischen
noch dazu. Nach einigem Warten wurde dann unser Flug aufgerufen
und wir plazierten uns an den Fenstern. Das war kein Problem,
die Maschiene war nicht mal zur Hälfte besetzt. Nach
dem Start warfen wir einen letzten Blick auf Teheran und
dann ging es weiter nach Nordwesten Richtung Täbriz.
Nach dem überfliegen der Türkischen Grenze flogen
wir in der Nähe des biblischen Berges Ararat vorbei,
auf dem Noah nach der Sintflut mit seiner Arche gestrandet
sein soll. Unweit davon konnten wir in den Trichter eines
alten Vulkans blicken und uns vorstellen, was passieren
würde wenn er gerade jetzt ausbrechen würde. Der
Flug war sehr angenehm, wir hatten ausgezeichnetes Wetter
und es gab viel zu sehen. Wie bei Reisen mit der Eisenbahn,
so klebe ich auch im Flugzeug ständig am Fenster, es
könnte ja sein, daß ich was verpassen würde.
Für mich ist es eines der faszinierensten Dinge, von
oben auf die Welt herunter zu schauen.
Im Gegensatz zum Hinflug ging niemand auf die Toilette,
um sich westliche Kleidung anzuziehen. Wir flogen mit der
Iran-Air und solange man sich an Bord der Maschine befindet,
gilt die persische Kleiderordnung. Allerdings wurde das
nicht besonders eng ausgelegt, kaum eine der Frauen hatte
noch ein Kopftuch oder Tschador an. Langsam kamen wir in
heimische Gefilde und als die Hochhäuser von Frankfurt
in Sicht kamen, wußte ich endgültig, daß
dieser wunderbare Urlaub vorbei ist. Zwischen unserer Ankunft
und dem Weiterflug nach München hatten wir Gelegenheit
Zuhause unsere baldige Ankunft zu melden.
Der Flug nach München ging schnell vorüber. Am
Flughafen wurden wir von den Eltern abgeholt und daheim
gab es erst mal richtig was zu Essen. Trotz eines gewissen
Gefühls der Wehmut über das Ende der Reise war
ich froh wieder daheim zu sein.
München ist eben doch die schönste Stadt der
Welt.
Nach der Ankunft war aber das Abenteuer Persien noch lange
nicht vorbei. Es dauert bis heute an. Eine der Mitreisenden
ist heute meine Frau und über die ungewöhnliche
Art sich kennenzulernen stauenen wir noch heute. Zwei Münchner,
die nach Persien reisen mußten um sich zu finden.
Und die Moral von der Geschicht: Perserinnen sind zwar
schöne Frauen, aber über eine Münchnerin
geht nichts!
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